Seitenraddampfer Waldstätter

Eigner: Chräsi Schuler
Standort: Vierwaldstättersee Brunnen CH

Technische Daten
Boot
Dampfkessel
Dampfmaschine

Boot

Vom ersten Traum eines Dampfbootes bis zur Realisierung ist ein langer Weg. Soll es ein Offenes- oder Kabinenboot werden? Eher eine Kutterform oder doch ein Salonboot sein? Schraubenschiff oder lieber mit Seitenrädern? Die Fragen wie mein neues Boot aussehen könnte sind so vielseitig wie die unzähligen Entwürfe. Langsam muss man sich entscheiden. Zweifel kommen auf! Ist es so richtig? Jetzt muss es vorwärtsgehen!

Der Entscheid ist gefallen! Ich möchte wieder ein Seitenradboot mit einem Stoffdach, dass bei einem allfälligen Föhnsturm rasch entfernt werden kann. Transportieren muss man es können, darf also nur 250 cm breit sein. Mit den Seitenrädern und der gewünschten Länge von 10 Metern wird der Rumpf schmal wie ein Kanu. Der gerade Bug muss hoch genug sein, um den Wellen des Vierwaldstädtersees zu trotzen. Der Sprung des Bootes, die Grösse der Seitenräder, die Form des Streichbordes und Hecks, der Kamin, die Höhe des Stoffdaches, die Silhouetten der Mitfahrer und des Steuermanns dies alles ist zu berücksichtigen um ein elegantes Boot zu erhalten. Weiter geht es bei der Stationierung der Wasserbehälter, körpergerechte Sitzbänken, Art der Ruderanlage. Auch der Abstand zwischen Kessel und Maschine ist sehr wichtig um meiner Körperfülle gerecht zu werden!
Die Stationierung der Maschine und des Kessels, wie auch Bauart, Boots- und Unterwasserform berechnet der Bootsbauer, der es nicht leicht hat meine Wünsche auszuführen.

Und dann steht es da, wird mit dem Kran ins Wasser gelassen und schwimmt. Das Boot liegt etwa 7 cm tiefer als geplant im Wasser, da es 500 Kilo schwerer ist. Der Krängungstest fällt im wahrsten Sinn des Wortes ins Wasser! Blei hilft nicht. Peter Creola rät mir, Auftriebskörper unter das Streichboot zu bauen! Nun liegt das Boot ruhig wie ein Bügeleisen auf dem Wasser.

Die Seitenräder sind aus rostfreiem Stahl. Die Konstruktionsidee ist von Konrad Trümpler. Der Ein- und Austauchwinkel beträgt ca. 20° damit sich das untere Ende der Schaufeln im Wasser überall gleichschnell bewegt und so am wenigsten Wiederstand hat.

Bei einem Propeller betriebenen Boot wird das Ruder direkt angeströmt und ist daher gut zu steuern. Ein Seitenradboot benötigt eine Geschwindigkeit von etwa 5 Km/H, damit das Ruder reagiert. In der Enge des Hafens träumt man von einem  Bugsrahlruder. Handelsübliche kommen nicht in Frage, da das Boot zuwenig Tiefgang hat und demzufolge Luft statt Wasser ansaugt. Wasserstrahlruder wurden von Vetus und Wildo aus dem Lieferprogramm genommen, da diese viele technische Probleme hatten. Auf anraten von Werner Rutz versuche ich es mit zwei Dampfstrahldüsen (= Handelsüblicher Borddurchlass) von 10 mm Durchmesser und Dampfzuleitungen mit einem Innendurchmesser von 16 mm. JUHUI es funktioniert! Ventil auf und der Bug bewegt sich gemächlich in die gewünschte Richtung.